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Pressestimmen

Hier finden Sie alle Pressestimmen der Konzertgemeinde Mosbach e.V.

ensemble interchange

Musikalische Geschichten von Liebe und Leidenschaft

Das „Ensemble Interchange“ begeisterte mit hinreißender Spielfreude bei den Klassischen Konzerten

Ihr Name „Interchange“ bedeutet „Austausch“ und das ist auch Programm bei dem sympathischen jungen Ensemble, das am Freitagabend im Rahmen der Mosbacher Klassischen Konzerte zu hören war. Nicht nur, dass die Besetzung des Quintetts ganz international ist, die Musiker bewegen sich außerdem virtuos zwischen den Genres. Mit Blockflöten und Gesang, Viola da Gamba, Laute und Cembalo scheinen sie prädestiniert zu sein für die „alte“ Musik, aber sie sind auch sehr aktiv in der zeitgenössischen Szene unterwegs und begnügen sich nicht damit, einfach attraktive Stücke aneinander zu reihen, sondern stellen mit ihrer erfrischenden Moderation immer auch einen künstlerischen Kontext zur Musik der jeweiligen Zeit her. Bei ihrem Programm „A Lover’s Tale“ hatten sie Lieder und Instrumentalstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert mit Zitaten und Ausschnitten aus Shakespeare-Sonetten kombiniert.

Tastenfeuerwerk auf zwei Flügeln

Danae und Kiveli Dörken spielten im Rahmen der Reihe "Mosbacher Klassische Konzerte" in der Alten Mälzerei

Große Freude zeigte Christof Roos von der Konzertgemeinde Mosbach zu Beginn des Konzerts: Der zweite Flügel der Alten Mälzerei, der in wirren Zeiten in deren Restaurant ausquartiert worden war, ist wieder zurück, und so konnte nach längerer Pause wieder ein Konzert an zwei Flügeln stattfinden. Nicht jedes Konzerthaus (von den großen einmal abgesehen) verfügt über diesen Luxus. Und das ungewöhnlich zahlreich erschienene Publikum konnte sich wieder einmal überzeugen, welche Klangfülle und -vielfalt das Spiel auf zwei Flügeln ermöglicht.

Die Konzertgemeinde hatte mit den deutsch-griechischen Schwestern Danae und Kiveli Dörken ein zwar noch junges, aber doch schon international renommiertes Klavierduo eingeladen. Obwohl nicht aus einer Musikerfamilie stammend, wurden die beiden schon in früher Jugend von dem Hannoveraner „Klavierpapst“ Karl-Heinz Kämmerling betreut, der schon Generationen von Pianistinnen und Pianisten zu großen Karrieren verholfen hat. Der Abend begann allerdings zunächst auf nur einem Flügel, denn die zahlreichen Werke Franz Schuberts für zwei Klavierspielende sind samt und sonders für „Klavier vierhändig“, also für nur ein Instrument geschrieben. Schubert war einfach zu arm, um Zugang zu Räumen mit zwei Flügeln zu haben. Seine berühmte f-moll-Fantasie, die er für die von ihm angebetete, aber unerreichbare Comtesse Caroline Esterhazy von Galantha komponiert hat, wurde von den Dörkens mit der ganzen Palette dargestellt – von zarter Delikatesse bis zur robusten Wildheit. Man konnte den Schmerz des unglücklich Liebenden lebhaft nachempfinden. Und schon hier konnte man bewundern, wie nahtlos die beiden Pianistinnen zusammenwirken; fast möchte man glauben, dass solches nur Geschwistern oder anderen auch im Leben verbunden Paaren gelingen kann.

Ein Fest für alte und neue Klassikfans!

Die Philharmonie Hradec Králové und der junge Solist Justus Friedrich Eichhorn verzauberten alle

Das war ja mal ein grandioser Auftakt, oder? Am Dienstagabend starteten die „Mosbacher Klassischen Konzerte“ in die neue Saison mit einem wunderschönen Sinfoniekonzert, das nicht nur erfahrene Klassikfans begeisterte, sondern vielleicht auch einige neue und jüngere Besucher in die Mälzerei gelockt hatte. Denn mit dem erst 15jährigen Pianisten Justus Friedrich Eichhorn hielt dieser Abend einen ganz besonderen Solisten bereit, dessen künstlerischen Werdegang die Mosbacher Konzertfreunde seit seinem ersten Besuch hier mit Interesse verfolgen. Er stand als Hauptakteur im Zentrum des musikalischen Geschehens, eine One-Man-Show sollte das jedoch nicht werden. Dafür sorgte schon die großartige „Philharmonie Hradec Králové“, die unter der Leitung des Schweizer Dirigenten Kaspar Zehnder im ersten Teil mit Mozarts „Prager“ Sinfonie und Dvořáks entzückender „Tschechischer Suite“ op. 39 aufwarteten. Ungewöhnliche Programmabfolge mit einer Sinfonie zu Beginn und einem Solokonzert am Ende, aber absolut stimmig angeordnet. Denn Beethovens letztes und „romantischstes“ Klavierkonzert Nr. 5 wirkt mit seiner Länge und Dramatik wie ein Monolith und füllte die zweite Hälfte komplett aus. Die beiden anderen jeweils deutlich kürzeren Werke bildeten zusammen den ersten Teil, der ganz im Zeichen der Tschechischen Musikkultur stand.

Märchenhaft gut, engelsgleich und voller Feuer

Landesjugendorchester Baden-Württemberg begeisterte 400 Zuhörer in der Alten Mälzerei – SWR Kultur sendet Mitschnitt am 4. Juli – Wie funktioniert Zwölftonmusik?

Beethoven, Berg und Strawinsky. Drei große Namen der Musikgeschichte stranden am Freitagabend auf dem Programm der Konzertgemeinde. Im Rahmen der Reihe „Mosbacher Klassische Konzerte“ spielte das Landesjugendorchester Baden-Württemberg in der Alten Mälzerei und bescherte den gut 400 Zuhörern ein grandioses Musikerlebnis. Nicht nur Johannes Klumpp, seit 2020 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Heidelberger Sinfoniker, erläuterte einige Besonderheiten der Werke. Auch Christof Roos brachte im Vorfeld zahlreichen Gästen inhaltliche Hintergründe und Basics zum Thema „Zwölftonmusik“ nahe. Sologeigerin Anne Luisa Kramb begeisterte ebenso wie das über 70-köpfige Ensemble. Die Nachwuchsmusiker zwischen 15 und 20 Jahren agierten hochmotiviert und voller Spielfreude. Mosbach bildete bereits die vierte von insgesamt sechs Stationen der aktuellen Tour. Vor der Alten Mälzerei stand deshalb ein Ü-Wagen von SWR Kultur und schnitt das rund zweieinhalbstündige Konzert mit. Voraussichtlich am Freitag den 4. Juli soll das „Abendkonzert“ dann über den Äther gehen.

Mit Elfen und Feen im Zauberwald unterwegs

Beim Familienkonzert entführte das junge Ensemble Quinton seine Zuhörer in einen musikalischen Sommernachtstraum

Nachdem das erste Konzert im Januar vergangenen Jahres aufgrund von Eisregen fast ein bisschen untergegangen war, hatte man sich entschieden, das schöne neue Format weiter ins Frühjahr zu verlegen. Mit dem etwa einstündigen Familienkonzert am Nachmittag wollen Kulturamt und Konzertgemeinde als Veranstalter besonders junge Zuhörer ansprechen und für klassische Musik begeistern. Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern, Musikschüler und alle anderen Musikfans sind eingeladen, hervorragenden jungen Profimusikern zuzuhören und sich dabei von den Künstlern selbst unterhaltsam an die Musik heranführen zu lassen. Nachdem im vergangenen Jahr mit dem „Malion Quartett“ ein Streichquartett zu Gast gewesen war, konnten die Zuhörer diesmal mit dem „Ensemble Quinton“ eine tolles junges Bläserquintett in der Mälzerei erleben. Im Gepäck: Felix Mendelssohns „Sommernachtstraum“, den sie in einer charmanten kammermusikalischen Fassung für Holzbläserquintett vorstellten.

Mit dem "Duo Anemos" auf musikalischer Zeitreise

Die Klassischen Konzerte überraschten mit toller Kammermusik für Saxofon und Akkordeon

Akkordeon und Saxophon – eine recht ungewöhnliche Kombination, der sich die beiden jungen Herren vom „Duo Anemos“ da verschrieben haben. Dass es kaum Originalmusik für diese Besetzung gibt, macht das Konzertieren sicher nicht ganz leicht, eröffnet aber auch eine große künstlerische Freiheit. Anže Rupnik (Sopran- und Altsaxofon) und Marko Trivunović (Knopfakkordeon) greifen munter in die Notenkisten anderer Instrumente hinein und arrangieren sich ihr Repertoire gekonnt einfach selbst. In dem mitreißenden Programm „Zeitreise“, das die beiden am Dienstagabend im Rahmen der „Mosbacher Klassischen Konzerte“ vorstellten, spannen sie einen Bogen über 300 Jahre Musikgeschichte und loten dabei eine überraschende Vielfalt an musikalischen Stilen und eine schier unerschöpfliche Palette an Klangfarben aus, der die Zuhörer vor allem an den leisen Stellen mit atemloser Faszination lauschten. Christof Roos von der Konzertgemeinde zeigte sich in seiner Begrüßung hocherfreut, dass so viele zu diesem Kammermusikabend in die Mälzerei gekommen waren, es hatten sogar zusätzliche Stühle aufgestellt werden müssen. Vielleicht waren diesmal auch ein paar neue Fans da, die Saxofon und Akkordeon (beide eher Exoten in der klassischen Kammermusik) einmal in einer neuen Rolle erleben wollten. Das „Duo Anemos“ lädt mit Einfallsreichtum und Können dazu ein, Hörgewohnheiten zu erweitern und sich auf Neuland einzulassen.

Zwei junge Shootingstars, die verzauberten

Die Brüder Lionel und Demian Martin sorgten für kammermusikalisches Glanzlicht bei den Klassischen Konzerten

Dass Meister nicht irgendwie vom Himmel fallen, ist eine Binsenweisheit. Obwohl - bei manchen Musikern kommt man da schon ins Grübeln: So wie bei den beiden jungen Herren, die vor einigen Tagen bei den Klassischen Konzerten für ein furioses Kammermusik-Erlebnis sorgten. Die Brüder Lionel und Demian Martin (*2003 bzw. 1998) sind nicht nur vollendete Solisten, sondern spielen auch als Duo definitiv in einer eigenen Liga. Sie musizieren im Unterschied zu fast allen anderen Kammermusikensembles ohne Noten und verschmelzen so zu einer innigen Zweisamkeit, die auch erfahrene Konzertbesucher wie die der Mosbacher Konzertgemeinde in helles Verzücken versetzen kann. Cellist Lionel ist als „SWR New Talent“ und Stipendiat der Anne Sophie Mutter Stiftung in der ganzen Welt unterwegs, Demian komponiert inzwischen neben seinen Engagements als Pianist professionell Filmmusik und befasst sich mit Sounddesign. Ganz soviel Zeit, um miteinander zu musizieren haben die Brüder also nicht mehr so wie früher in der Familie. Und doch scheint es, als sei ihnen der brüderliche Dialog am Instrument ebenso natürlich wie Sprechen - oder Improvisieren, was sie gerne und ausgiebig tun in ihren Konzerten. Aber dazu später mehr.

Weltklasse in Mosbach!

Neun Jahre nach ihrem ersten gefeierten Auftritt: Das „Azahar Ensemble“ zurück in der Mälzerei

Manche im Publikum dürften sich noch mit Freude an das grandiose Konzert erinnert haben, bei dem 2025 ein gewisses junges Bläserquintett aus Spanien im Rahmen der Mosbacher Klassischen Konzerte aufgetreten war. Die fünf waren damals gerade frisch vom ARD-Musikwettbewerb gekommen, wo sie als bestes Ensemble ihrer Sparte zusätzlich auch den Publikumspreis abgeräumt hatten. Heute - neun Jahre später – ist aus dem „Azahar Ensemble“ eines der international gefragtesten Bläserquintette geworden. Es war also keineswegs selbstverständlich, dass man sie nach all ihren Erfolgen noch einmal in Mosbach würde hören können, aber so ist es! Am Dienstagabend war das sympathische Quintett – benannt nach der fünfblättrigen weißen Blüte der wilden Orangenbäume Südspaniens - sozusagen back in town, zurückgekehrt an die Stätte ihres ersten Auftritts damals nach dem Wettbewerb, der ihnen zum Sprungbrett wurde für eine tolle Karriere.

Hinreißend musiziert von düster bis strahlend

Das „Elaia Quartett“ und Pianist*in Nasti zu Gast beim Saisonabschluss der Klassischen Konzerte

Ein bisschen früher als sonst beschloss die Konzertgemeinde die Saison 23/24 am Freitagabend mit einem Konzert, das das wegen eines zeitgleich stattfindenden Wettbewerbs vorverlegt worden war. Das „Elaia Quartett“ mit Leonie Flaksmann und Iris Günther (Violinen), Francesca Rivinius (Viola) und Karolin Spegg (Cello) ist derzeit eines der interessantesten jungen Streichquartette in der Szene. Gemeinsam mit Pianist*in Nasti hatten die die vier ein hochintensives, unter dem Motto „Licht und Schatten“ stehendes Programm mitgebracht. In drei unterschiedlichen Besetzungen von Trio bis Quintett loteten sie dabei besondere Klangfacetten und emotionale Schattierungen aus, vom warmen Leuchten eines Haydnschen Sonnenquartetts bis zur tiefsten Düsternis, die sich so eindrücklich im Klavierquintett op. 57 von Schostakowitsch zeigt, welches im Schatten von Stalins Schreckensherrschaft entstand.

Born to be mild - und voller Power!

Die beiden Gambistinnen Hille und Marthe Perl verzauberten mit ihrem Programm „Elements“

Die Klassischen Konzerte bieten nicht nur Kammermusik, sondern warten ab und an mit besonderen Programmen etwas abseits des üblichen Konzertbetriebs auf. Am Samstagabend waren zwei charmante Musikerinnen in der Mälzerei zu Gast, die vor allem den Fans der Alten Musik ein Begriff sind: Hille und Marthe Perl sind als geniales Mutter-Tochter-Gespann mit einem reizvollen und einzigartigen Repertoire für Viola da Gamba unterwegs: Hinter dem Titel „Elements“ verbirgt sich eine Kombination von Gambenmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Eigenkompositionen von Marthe Perl und Folkstücken, die die beiden für sich selbst arrangiert haben.

Flöten-Portrait der ganz noblen Art

ARD-Preisträgerin Leonie Bumüller (Querflöte) und Madoka Ueno (Klavier) begeisterten bei den Klassischen Konzerten

Ein Schelm, wer bei der Querflöte an Blech denkt, denn tatsächlich gehört das silbrige Instrument zur Familie der Holzbläser. Christof Roos und seine Konzertgemeinde e.V. wollen in den Klassischen Konzerten immer auch einmal „etwas Blinkendes“ vorstellen. Und wer könnte das auf feinere Art tun als die junge Flötistin Leonie Bumüller, die im vergangenen Jahr beim renommierten ARD-Wettbewerb in München die Jury und auch das fachkundige Publikum überzeugt hatte. Gemeinsam mit der Pianistin Madoka Ueno war sie am Sonntagabend in der Mälzerei zu Gast und lieferte in der Reihe der Klassischen Konzerte ein eindrucksvolles Portrait ihres edlen Instruments ab. Mit der 1927 entstandenen Flötensonate von Erwin Schulhoff (1894-1942) startete ein überaus spannender Kammermusikabend, der erfreulich viele Zuhörer in die Mälzerei gelockt hatte. Ob das vor allem an den beiden charmanten Musikerinnen lag, darf gern spekuliert werden, auf jeden Fall war auch ein Aufnahmeteam vor Ort, um dieses Konzert für den SWR2 aufzuzeichnen.

Vom Heimatland der Bohème zum Ausnahmetalent der Gegenwart

Saison-Auftaktkonzert der Mosbacher Klassischen Konzerte – 400 Zuhörer feierten das Sinfonieorchester Karlsbad und den 13-jährigen Pianisten Justus Eichhorn in der Alten Mälzerei.

„Behaltet den Mann im Auge, der wird eines Tages in der Welt von sich reden machen.“ Diesen weitsichtigen Ratschlag schrieb Mozart, als er den 17-jährigen Beethoven gehört hatte. Ähnlich mag es am Samstag vielen der 400 Gäste in der Alten Mälzerei gegangen sein. Das Auftaktkonzert der Reihe „Mosbacher Klassische Konzerte“ bestritt nämlich das Sinfonieorchester Karlsbad (heute: Karlovy Vary in Tschechien). Als zupackender Solist am Flügel spielte der 13-jährige Justus Eichhorn passenderweise Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll (1803). Das Programm huldigte darüber hinaus den beiden Gründervätern der tschechischen Nationalmusik. Von Bedřich Smetana erklang die Ouvertüre zur Oper „Die verkaufte Braut“ (1866), von Antonín Dvořák die Sinfonie Nr. 6 D-Dur (1880). Das Publikum zeigte sich gleichermaßen begeistert vom jungen Solisten sowie dem Ensemble und applaudierte entsprechend lautstark. Folgerichtig ging Justus Eichhorn in die Verlängerung und spielte solo Eric Saties erste „Gnossienne“ sowie einen selbstkomponierten „Pop-Song“.

Diese jungen Musiker spielen mit absolut beeindruckender Qualität

Das Landesjugendorchester präsentierte sich mit einem aufregenden sinfonischen Programm.

In einem Alter, in dem andere Teenager in ihrer Freizeit zocken oder feiern gehen, sind sie bereits unbestrittene Meister auf ihrem Gebiet. Zwischen 13 und 19 Jahren sind die rund sechzig jungen Musikerinnen und Musiker des baden-württembergischen Landesjugendorchesters erst alt, aber sie offenbaren bei ihren Konzerten eine faszinierende Qualität und mitreißende Spielfreude, die sich auch auf die Zuhörer überträgt. Talent und zahllose Übungsstunden sind nötig, um bei den besten Nachwuchsinstrumentalisten des Landes mithalten zu können.

Ein traumhaftes Duo voller Entdeckerfreude

Theo Plath (Fagott) und Aris Blettenberg (Klavier) begeisterten mit filigranem Zusammenspiel.

Bei den Kammermusikabenden im Rahmen der Mosbacher Klassischen Konzerte hat man immer wieder einmal Gelegenheit, ungewöhnliche Bläserfarben näher kennenzulernen. Das Fagott ist eines jener relativ selten zu hörenden Instrumente, die den Konzertbesuchern zumeist nur aus dem Sinfonieorchester vertraut sind. Am Sonntagabend konnte man in der Alten Mälzerei dieses wunderschöne Holzblasinstrument mit seinen geheimnisvollen Klangfarben einmal ausgiebig solistisch in Aktion erleben.

Zwei wunderbare Klassiker und eine Neuentdeckung

Nach der etwas exotischen Besetzung mit Viola da Gamba und Akkordeon beim ersten „Klassischen Konzert“ der neuen Saison war in dieser Woche nun mit einem Klavierquartett wieder eine etwas vertrautere Instrumentenkombination am Start. Seit 2009 sind Philipp Bohnen (Violine), Barbara Buntrock (Viola), Peter-Philipp Staemmler (Violoncello) und Gerhard Vielhaber (Klavier) als „Mariani Quartett“ unterwegs.

Und dabei sind sie nicht nur überaus erfolgreich, sondern auch immer auf der Suche nach spannenden Neuentdeckungen für ihr Repertoire. So haben sie erstmals die beiden Klavierquartette der erst kürzlich wiederentdeckten deutschen Romantikerin Emilie Mayer eingespielt, von denen eines auch bei diesem Abend in der Alten Mälzerei erklang.

Unerwartet, ungewöhnlich, unterhaltsam

Aus der Frühzeit der europäischen Musik: Französisches Duo eröffnete die „Mosbacher Klassischen Konzerte“. Noch selten wagten sich die „Mosbacher Klassischen Konzerte“ in die Zeit vor Bach, sozusagen in die Frühzeit der europäischen Musik.

Das mit ungewöhnlicher Besetzung aufwartende französische Duo „Les inAttendus“ (Deutsch: „Die Unerwarteten“) präsentierte nun zur Eröffnung der neuen Saison ein Programm, das mit dem 1510 geborenen Diego Ortiz begann und mit dem 1741 gestorbenen Antonio Vivaldi endete. Rund zwei Jahrhunderte klingende Musikgeschichte taten sich da vor den Ohren des Publikums auf. Dass dabei ein veritables Instrument der Renaissance und des Barock, nämlich die Gambe, mit dem erst im 19. Jahrhundert „geborenen“ Akkordeon eine Verbindung einging, hatte seinen ganz besonderen Reiz.

Was lange währt, wird endlich gut

Katarzyna Mycka und Conrado Moya begeisterten bei den Mosbacher Klassischen Konzerten an den Marimbas

Lange hatte man warten müssen auf dieses Konzert, das eigentlich bereits im vergangenen Jahr im Rahmen der Mosbacher Klassischen Konzerte geplant gewesen war. Zweimal hatte es verschoben werden müssen, aber irgendwann waren dann alle Hindernisse beseitigt, und die beiden Marimba-Virtuosen Katarzyna Mycka und Conrado Moya konnten schließlich doch in der Alten Mälzerei auftreten.

Vier Musiker in perfektem Formationsflug

Das „Eliot Quartett“ demonstrierte im Rahmen der Mosbacher Klassischen Konzerte eindrucksvoll die Hohe Schule des Streichquartetts

Wenn es überhaupt eines Beweises bedurft hätte, um die Völker verbindende Kraft der Musik zu zeigen, dann ist da „Eliot Quartett“ ein perfektes Beispiel. Das in Frankfurt beheimatete junge Ensemble ist seit 2014 sehr erfolgreich gemeinsam unterwegs und ganz international aufgestellt: Die erste Geigerin Maryana Osipova und Bratscher Dmitry Hahalin stammen aus Russland, Alexander Sachs an der zweiten Violine aus Kanada und Cellist Michael Preuss aus Leipzig. Und die vier verstehen sich blind, wenn sie als Quartett auf der Bühne sitzen – ein Tanz in perfekter Formation. Am Wochenende war das Quartett im Rahmen der Mosbacher Klassischen Konzerte in der Alten Mälzerei zu Gast und verzauberte das Publikum vom ersten Ton bis zur wunderbaren Zugabe.

Ein wunderbarer Abschluss

Mosbacher Klassische Konzerte: Die Philharmonie Lemberg unter Gudni Emilsson begeisterte beim Sinfoniekonzert in der Mälzerei

Das Sinfoniekonzert ist immer das Herzstück im Jahresprogramm der „Mosbacher Klassischen Konzerte“ und zieht normalerweise die größte Zuschauerschaft der Reihe an. Dass das in diesem Jahr anders sein würde, war schon im Vorfeld klar. Aber mit einem noch einmal nachgeschärften Konzept musste der Aufritt der Philharmonie Lemberg in der Alten Mälzerei wenigstens nicht abgesagt werden. Und so konnten immerhin knapp 300 Zuhörerinnen und Zuhörer gemeinsam einen wunderbaren Abschluss des Konzertjahres erleben.

Violine, Horn und Klavier in trauter Dreisamkeit vereint

Franziska Hölscher, Teunis van der Zwart und Severin von Eckardstein begeisterten mit romantischer Kammermusik

Glücksspirale nennt der Volksmund das Horn ein bisschen despektierlich, die berüchtigten Kiekser sind Gegenstand zahlloser Hornistenwitze. Aber den niederländischen Hornisten Teunis van der Zwart ficht so etwas nicht an, er hat sich mit aller Leidenschaft dem vielleicht heikelsten und kapriziösesten aller Blasinstrumente verschrieben. Und dabei hat es ihm das ventillose Naturhorn ganz besonders angetan, das heute durch die historisch informierte Aufführungspraxis in der Alten Musik Szene eine Renaissance erlebt. Was hochwertige Kammermusik angeht, so wird man in diesem Jahr bei den Mosbacher Klassischen Konzerten wirklich verwöhnt. Dass das beim Publikum nach den grandiosen ersten beiden Konzerten der Saison sehr gut ankommt, war an dem außergewöhnlich guten Besuch zu bemerken, aber auch an der gespannten Aufmerksamkeit, mit der die Zuhörer dem Vortrag der drei Musiker lauschten. Zu Gast waren diesmal die Geigerin Franziska Hölscher gemeinsam mit dem schon erwähnten Hornisten Teunis van der Zwart und dem Pianisten Severin von Eckardstein, die sich in verschiedenen Besetzungen mit einem rein romantischen Programm präsentierten.

Wie ein rasantes Tennismatch mit acht Spielern

Mosbacher Klassische Konzerte: Das junge „Franz Ensemble“ bezauberte mit spritziger Eleganz und unglaublicher Spielfreude

Eine ausgefallene Besetzung erwartete das Publikum beim zweiten Abend der Mosbacher Klassischen Konzerte: Septette oder Oktette mit gemischten Besetzungen aus Bläsern und Streichern boten in der Alten Mälzerei mit ihrem speziellen Klangfarbenreichtum schon beinahe sinfonische Möglichkeiten. Das junge „Franz Ensemble“ (benannt übrigens nach Franz Schubert, bei dessen Oktett sie 2018 erstmals zusammen musiziert haben) hat sich genau diesem spannenden Repertoire für größere kammermusikalische Formationen verschrieben.

Genau so darf es gerne weiter gehen!

Die „Klassischen Konzerte“ starteten in die neue Saison mit dem hinreißenden „Trio Gaspard“

Auch wenn es diesmal vor dem Kunstgenuss noch ein wenig Bürokratie zu bewältigen gab, der Aufwand war es absolut wert. Wer sich durch die 3G-Registrierung am Eingang nicht vom Besuch hatte abschrecken lassen, der wurde beim ersten „Klassischen Konzert“ der neuen Saison mit einem überaus intensiven und beglückenden Musikerlebnis belohnt. Zu Gast war eines der profiliertesten Klaviertrios der jüngeren Generation: Seit gut 10 Jahren musizieren Jonian Ilias Kadesha (Violine), Vashti Hunter (Violoncello) und Nicholas Rimmer (Klavier) auf atemberaubendem Niveau als „Trio Gaspard“ zusammen. Neben ihrem breit angelegten Repertoire, das ihre Vielseitigkeit und Experimentierfreude spiegelt, widmen sich die drei zur Zeit einem besonderen Herzensprojekt, der Gesamteinspielung aller 46 Klaviertrios von Joseph Haydn (1732-1809). Von denen waren an diesem Abend gleich zwei Programm, dazu das Klaviertrio op. 15 von Bedrich Smetana (1824-1884) und zwei kurze Stücke aus der Feder der Komponistin Lili Boulanger (1893-1918).

Mit einem Wort: Elektrisierend!

Die Heidelberger Sinfoniker und ihr neuer Chefdirigent Johannes Klumpp sind ein Phänomen

Wenn es im Publikum und auf der Bühne gleichermaßen knistert und funkelt, dann gehört ein Konzert sicher zu den ganz besonderen Gelegenheiten, die man auch als fleißiger Konzertbesucher nicht wirklich oft erleben darf. Beim Gastspiel der Heidelberger Sinfoniker in Mosbach war dieses Knistern mehr als deutlich zu spüren. Das lag definitiv nicht nur an der langen konzertlosen Zeit, die die Zuhörer hungrig auf Musik und besonders empfänglich dafür machte. Denn was diese 18 Musiker mit ihrem neuen Chefdirigenten Johannes Klumpp da auf die Bühne der Alten Mälzerei zauberten, ist tatsächlich phänomenal: So geschlossen, so vollkommen transparent, dabei aber ohne eine Spur von seelenloser Perfektion, sondern voller Elan und echter Spielfreude wurde da musiziert, dass es eine wirkliche Freude war, dem Orchester dabei zu folgen.

Von Mosbach aus ging es auf musikalische Reise

Wunderschöner Saisonstart bei den Klassischen Konzerten: Johann Caspar Wedell und Julius Schepansky zelebrierten „Un voyage français“

Wenn man schon nicht nach Frankreich reisen darf und auch französische Künstler nicht nach Deutschland – wie das zum Saisonauftakt der Mosbacher Klassischen Konzerte erwartete Ensemble „Les inattendus“ –, so vermag doch die Musik alle Grenzen zu überwinden. Nachdem das französische Duo, bestehend aus der Gambistin Marianne Muller und dem Akkordeonisten Vincent Lhermet, kurzfristig nicht hatte anreisen können, war es Gastgeber Christof Roos von der Konzertgemeinde gelungen, zwei junge Musiker aus Deutschland für das erste Konzert der neuen Saison 2020/21 zu gewinnen: Julius Schepansky (Akkordeon) und Johann Caspar Wedell (Violoncello) haben sich mit ihrem Können bereits in die „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler(innen)“ gespielt und sorgten in der Alten Mälzerei für einen grandiosen Auftakt, der die Zuhörer begeisterte und einen kleinen musikalischen Gruß über den Rhein schickte.

Das junge Ensemble AMBRA begeisterte bei den Klassischen Konzerten in der Mälzerei

Mit Verve und Sensitivität musiziert

Das junge Ensemble AMBRA begeisterte bei den Klassischen Konzerten in der Mälzerei

„Achtung, das Programm kann Spuren von Blech enthalten“, hieß es in der Begrüßungsrede von Gastgeber Christof Roos, der als Veranstalter im Namen der Konzertgemeinde zum letzten Konzert der Saison 2019/20 am Dienstagabend ein erfreulich großes Publikum in der Alten Mälzerei begrüßen konnte. Ungewöhnlich bei einem Kammermusikabend, der meist nicht ganz so viele Zuhörer ins Konzert lockt wie die Orchesterkonzerte, waren das Parkett komplett ausverkauft. Zu Gast war das international besetzte Ensemble AMBRA mit der gerade mal 20jährigen Violinistin Anne Maria Wehrmeyer, dem Klarinettisten Žilvinas Brazauskas und dem Pianisten Asen Tanchev, die 2018 in der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler des Deutschen Musikrats aufgenommen wurden. Die Spuren von Blech waren nicht sofort zu entdecken, der Bezug erschloss sich erst nach einem genaueren Blick ins Programm, denn das junge Ensemble hatte das Trio op. 40 von Johannes Brahms, das eigentlich für Violine, Klavier und Horn komponiert wurde, für seine Besetzung mit Klarinette arrangiert. Und das mit großem Erfolg, wie sich nach der Pause zeigen sollte. Auch Sergej Prokofiews Sonate d-moll op. 94 ist eigentlich für ein anderes Instrument, nämlich für Flöte geschrieben. Sie erklang hier in einem Arrangement für Klarinette und Klavier.

Der Geiger und Bratschist Sergey Malov

300 Jahre Einsamkeit und doch ein Zwinkern im Knopfloch

Der Geiger und Bratschist Sergey Malov begeisterte gleich auf drei Instrumenten

Ein Solo-Abend mit drei verschiedenen Instrumenten – das ist tatsächlich sehr ungewöhnlich, aber auch solche besonderen Erfahrungen sind möglich bei den Mosbacher Klassischen Konzerten. Für ein faszinierendes Konzerterlebnis sorgte am Dienstagabend in der Mälzerei der in St. Petersburg geborene und heute in Berlin lebende Ausnahmemusiker Sergey Malov, der mit einem hinreißenden Vortrag auf drei unterschiedlichen Streichinstrumenten begeisterte. Violine und Viola kennt man, aber das dritte dieser Instrumente ist sogar unter historisch informierten Musikern eher ein Exot. Beim „Violoncello da spalla“ (ital. Schulter) handelt es sich um ein Miniaturcello mit fünf Saiten, das beim Spielen mit einem Schulterband quer vor der Brust gehalten wird. Die Spieltechnik ist ähnlich wie bei der Viola, obwohl das Instrument deutlich größer ist als diese und genauso tief klingt wie ein normales Cello.

Das Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag

Viel Hochkarätiges für zwei Klaviere und ein musikalischer Spaß

Das Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag war zu Gast bei den Klassischen Konzerten

Zuweilen wird man als Konzertbesucher mit Stücken konfrontiert, die einem Rätsel aufgeben. Durchaus eine spannende Erfahrung, wie man als Hörer damit umgehen kann: Seinen Verstand benutzen und versuchen, für sich einen Sinn im Gehörten zu entdecken -  innerlich aussteigen und sich heimlich amüsieren – oder aus Respekt vor den Ausführenden resigniert warten, bis es vorbei ist und höflich applaudieren? Die Bandbreite der Reaktionen ist groß, aber eigentlich ist es erfrischend, dass es auch bei den Klassischen Konzerten solche Momente gibt, in denen erfahrene Konzertbesucher in ihren Hörgewohnheiten herausgefordert werden. An diesem Wochenende war im Rahmen der vierteiligen Reihe das ungarisch-schweizerische Klavierduo Soós & Haag in der Mälzerei zu Gast, das zu den renommiertesten und auch experimentierfreudigsten Kammermusik-Ensembles der Schweiz zählt. Die erste Konzerthälfte war den seltenen Werke für zwei Klaviere von W.A. Mozart gewidmet, die andere Hälfte der großen Klaviersonate h-moll von Franz Liszt (1811-1886). Adrienne Soós & Ivo Haag, die nicht nur auf der Bühne, sondern auch privat ein Paar sind, nehmen sich neben dem klassischen Repertoire mit Vorliebe auch immer wieder zeitgenössischer Komponisten an. Das war auch in diesem Programm der Fall, welches zwei moderne Stücken enthielt, von denen eines erst zum zweiten Mal überhaupt im Konzert erklang. Aber davon später mehr.

Slawische und russische Musik von Dvorak und Tschaikowsky stand auf dem Programm des Radiosinfonieorchesters Bratislava zur Eröffnung der Klassischen Konzerte. Foto: Pia Geimer

Prachtvoller Auftakt für die Konzertsaison


Das Radiosinfonieorchester Bratislava eröffnete in der Alten Mälzerei die neue Saison der Mosbacher Klassischen Konzerte

Wenn in der Reihe der Klassischen Konzerte ein Sinfoniekonzert ansteht, dann muss der Saal der Alten Mälzerei in ganzer Größe geöffnet sein. Für eine kleine Stadt wie Mosbach, die kein eigenes Orchester hat, sind diese Konzerte echte Events, die beim kulturinteressierten Publikum bestens ankommen. Auch diesmal war der Saal wieder sehr gut gefüllt, Restplätze nur noch auf der Empore zu haben. Zum Auftakt der Konzertsaison 2019/20 war mit dem Radio-Sinfonieorchester Bratislava eines der bedeutendsten Orchester der Slowakei zu Gast. Gastgeber Christof Roos begrüßte die Musiker im Namen der Konzertgemeinde in slowakischer Sprache, bevor er viel Freude bei diesem Konzert wünschte und die Bühne für die Musiker freigab.
 Ungewöhnlicher Liederabend mit Schubert, Britten, Schumann

Ungewöhnlicher Liederabend mit Schubert, Britten, Schumann

André Baleiro (Bariton) und David Santos (Klavier) zu Gast bei den Klassischen Konzerten

Wenn es bei den Mosbacher Klassischen Konzerten einen Liederabend gibt, dann darf das auch gerne mal einer sein, bei dem man genau zuhören muss. In dieser Woche waren der aus Portugal stammende Bariton André Baleiro und sein Pianist und Landsmann David Santos zu Gast und präsentierten einen ungewöhnlichen Liederabend, der neben weniger bekannten Liedern von Franz Schubert und Robert Schumann auch Benjamin Brittens „Songs and Proverbs of William Blake“ enthielt. Pianist David Santos übernahm in perfektem Deutsch die Moderation und ermöglichte den Zuhörern damit einen lohnenden Einblick, sowohl in die romantischen Lieder als auch in ein etwas schwieriges Repertoire wie Britten.

Das Landesjugendorchester wurde bei den Klassischen Konzerten begeistert gefeiert

Junge Botschafter der Musik zu Gast in Mosbach

Das Landesjugendorchester wurde bei den Klassischen Konzerten begeistert gefeiert

Orchester von hohem Rang gab es schon früher zu hören in Mosbach, aber zu welch großartigen Leistungen auch schon die Nachwuchstalente fähig sein können, durften die Zuhörer am Freitagabend beim Landesjugendorchester Baden-Württemberg (kurz LJO) erleben, das im Rahmen der Klassischen Konzerte erstmals in der Alten Mälzerei zu Gast war. Unter der Leitung seines Dirigenten Joseph Bastian lieferten die etwa 70 jungen Musiker, die alle erst zwischen 13 und 19 Jahren alt sind, eine beeindruckend reife Vorstellung ab. Wer im LJO mitspielt, hat zumeist bereits beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ reussiert und/oder ein Probespiel bestehen müssen.

Das „Bartholdy Quintett“ beendete die Saison der Klassischen Konzerte mit feiner Kammermusik

Meisterliches für fünf Streicher

Das „Bartholdy Quintett“ beendete die Saison der Klassischen Konzerte mit feiner Kammermusik

Dass eine anständige Rockband aus fünf Leuten bestehen muss, weiß man spätestens seit Frank Goosen. Auch in der klassischen Kammermusik ist ein Quintett aus Bläsern eine Standardformation, für die unglaublich viel tolle Musik geschrieben wurde. Weniger bekannt ist die Besetzung mit fünf Streichern, aber gerade dieses fünfte Instrument – manchmal ist es ein zweites Cello, manchmal eine zweite Viola – erschließt im Vergleich zum gängigeren Streichquartett spannende klangliche Möglichkeiten. Diesem kleinen, aber feinen Repertoire hat sich das „Bartholdy Quintett“ verschrieben, das am Freitagabend in der fast ausverkauften Mälzerei zu Gast war. Im Mendelssohnjahr 2009 haben Ulf Schneider und Anke Dill (Violine), Barbara Westphal und Volker Jacobsen (Viola) und Gustav Rivinius (Violoncello), die alle Professuren an bedeutenden Hochschulen haben und mit verschiedenen preisgekrönten Kammermusik-Formationen unterwegs sind, sich als festes Quintett zusammengetan, um sich den im Konzertbetrieb oft etwas stiefmütterlich behandelten Repertoire zu widmen. Dabei regen sie auch immer wieder zeitgenössische Komponisten an, Neues für das Bartholdy Quintett zu schreiben.

Das Ebonit Saxophon Quartett

Mit vier Saxofonen direkt in den Quartett-Olymp

Das Ebonit Saxophon Quartett zeigte faszinierende Klangkultur und perfekten Ensemblegeist

Unwillkürlich verbindet man das Saxofon meist automatisch mit Jazz, aber das muss gar nicht immer sein. Die vier jungen Musiker*innen von Ebonit Saxophon Quartett machen es vor, wie edel-samtig und geschmeidig das metallische Instrument mit dem Rohrblattmundstück auch klingen kann. Mit ihrem Auftritt bei den Mosbacher Klassi-schen Konzerten adelten sie das Saxofon endgültig als vollwertiges Mitglied der klassi-schen Holzblasinstrumentenfamilie und entwickelten eine faszinierende Klangkultur, die auch den skeptischsten Jazzverweigerer überzeugt und dem Instrument einige neue Anhänger beschert haben dürfte.

agnes clement

Ein faszinierendes Instrument mit Zartheit und Verve gespielt

Die französische Harfenistin Agnès Clément verzauberte mit einem Spiel von unglaublicher Intensität und toller Ausstrahlung

Nach elf Jahren war endlich wieder einmal eine Harfe im Programm der Klassischen Konzerte und mit der jungen Agnès Clément aus Frankreich eine der ganz Großen zu Gast. Sie gewann 2016 beim ARD-Wettbewerb den selten vergebenen 1. Preis, dazu den Publikumspreis sowie den Preis für die beste Interpretation des Auftragswerks. Wenn man sie spielen hört – nein besser erlebt – wird klar, womit sie sich diese Auszeichnungen verdient hat: Agnès Clément ist eine großartige Musikerin mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Wer die Harfe jemals als ein ätherisches Instrument gesehen haben sollte, dem vorwiegend engelhafte Klänge zu entlocken sind, der wurde hier eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Die junge Französin über große Kraft und eine sehr lebendige Energie, die ihrem Ton sowohl im äußersten pianissimo als auch im forte eine unglaubliche Intensität verleihen.

Das junge Tuba-Trio „21m60“

Das war Blechbearbeitung in höchster Vollendung

Das junge Tuba-Trio „21m60“ bot hinreißende Unterhaltung bei den Klassischen Konzerten „Klischee ade!“

hieß es bei dem Auftritt der drei Tubisten Constantin Hartwig, Fabian Neckermann und Steffen Schmid, die am Sonntagabend bei den Mosbacher Klassischen Konzerten zu Gast waren. Die drei jungen Herren sind seit dem Deutschen Musikwettbewerb 2016 als Trio unter dem Namen „21m60“ unterwegs und begeistern mit ihrem Spiel sowohl die Fans hochklassiger Kammermusik, als auch den ganz normalen Musikhörer, der vielleicht noch nicht so genau wusste, was ihn bei diesem Programm erwarten würde.

twiolins

Zwei junge Geiger fegen frischen Wind in die Klassikszene

Marie und Christoph Dingler sind mit hinreißender Abenteuerlust als „Twiolins“ unterwegs – Zu Gast bei der Konzertgemeinde

Sie sind in der Kammermusiklandschaft ein Unikat: Die „Twiolins“ sind das einzige Violinduo, das in dieser Besetzung ständig professionell unterwegs ist. Und dabei sind die Geschwister Christoph und Marie-Luise Dingler so erfolgreich, dass sie das Publikum buchstäblich rund um den Globus mit ihrem einzigartigen Repertoire, ihrem Können und ihrer Ausstrahlung faszinieren. Am Sonntag waren sie im Rahmen der Mosbacher Klassischen Konzerte im Alten Schlachthaus zu hören, wo gerade der Kunstverein Neckar-Odenwald eine neue Ausstellung eröffnet hat.

Die beiden jungen Musiker aus Mannheim treibt schon lange eine besondere Leidenschaft für zeitgenössische Musik an. Das traditionelle Repertoire für zwei Violinen solo gibt bis auf wenige Ausnahmen nicht allzu viel her, also haben sie sich etwas einfallen lassen: Seit 2009 schreiben sie alle drei Jahre einen Wettbewerb aus, den international besetzten „Crossover Composition Award“ CCA, an dem sich vor allem jüngere Komponisten aus der ganzen Welt beteiligen.

Das Württembergische Kammerorchester

Ein Klang voller Eleganz und kammermusikalischer Frische

Das Württembergische Kammerorchester begeisterte bei den Klassischen Konzerten mit differenzierter Klangkultur

Kein Zweifel, das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) ist zu Recht einer der international erfolgreichen Klangkörper, der schon auf vielen großen Bühnen weltweit aufgetreten ist. Dass die viel beschäftigten kulturellen Botschafter aber auch in einer nicht ganz so bedeutenden Kulturmetropole zu hören sein können, wurde ermöglicht durch Sponsoren wie die Firma mpdv, die sich im Mosbacher Kulturleben aktiv engagiert. Am Dienstagabend war das WKO nach vier Jahren wieder einmal im großen Orchesterkonzert bei den „Klassischen Konzerten“ in der Alten Mälzerei zu Gast und zeigte sein faszinierendes Können mit einem wunderbaren Programm bestehend aus Joseph Haydns Sinfonie Nr. 82 „Der Bär“, den hochvirtuosen „Variationen über ein Rokoko-Thema“ von Pjotr I. Tschaikowsky und der grandiosen „Italienischen Sinfonie“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Jenaer Philharmoniker

Sinfonische Pracht erfüllte die Mälzerei

 

Gelungene Premiere: Die Jenaer Philharmoniker waren erstmals zu Gast bei den „Mosbacher Klassischen Konzerten“

Einmal im Jahr erstrahlt die Alte Mälzerei akustisch in sinfonischer Pracht, wenn die Konzertgemeinde im Rahmen der „Mosbacher Klassischen Konzerte“ zum großen Orchesterkonzert einlädt. Ein Anlass, den sich die Klassikfans ungern entgehen lassen. Am Freitagabend war in dieser Reihe erstmals das Orchester der Jenaer Philharmonie unter seinem Chefdirigenten GMD Marc Tardue zu Gast. Gemeinsam mit dem Solisten Reinhold Friedrich (Trompete) präsentierten die Philharmoniker ein schön abgerundetes Programm, das gleichermaßen romantische Klangfülle wie filigranes Handwerk, virtuose Spielfreude, folkloristische Fröhlichkeit und innige Melancholie zu bieten hatte.

cicerone

Wie der Vater, so die Söhne?

 

Das junge „Cicerone Ensemble“ stellte Musik von Johann Sebastian Bach und seinen vier komponierenden Söhnen vor

Bei den „Klassischen Konzerten“ gibt es immer wieder herausragende Musiker zu hören, die am Anfang einer viel versprechenden Karriere stehen. Auch die drei jungen Herren des „Cicerone Ensembles“, das am Sonntag in der Alten Mälzerei zu Gast war, sind noch gar nicht so lange gemeinsam konzertierend unterwegs, haben sich aber schon für die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (BAKJK) empfohlen. Thomas Wormitt (Traversflöte), Adrian Zygan (Barockcello) und Andreas Gilger (Cembalo) möchten Alte Musik nicht nur spielen, sondern sie verstehen sich als Vermittler, die ihre Zuhörer wie kundige Fremdenführer mitnehmen auf eine spannende Exkursion durch die Welt der Musik. Nicht umsonst bezeichnet „Cicerone“ genau den Typus des redegewandten italienischen Fremdenführers. Und so moderieren sie ihre Programme immer selbst und stellen natürlich dabei auch ihr besonderes Instrumentarium vor.

quatuor danel

Der Tod und das Mädchen

 

Das belgische “Quatuor Danel“ beeindruckte mit drei späten Streichquartetten von Mendelssohn, Weinberg und Schubert

Die Trauer um eine geliebte Schwester war schon mehrfach in der Musikgeschichte ein starker Antrieb für Komponisten. Das vielleicht berühmteste Werk mit dem Thema „Der Tod und das Mädchen“ ist ein Streichquartett von Franz Schubert, der das gleichnamige Lied von Matthias Claudius zum Thema des langsamen Satzes machte. Aber auch in Felix Mendelssohns letztem Streichquartett op. 18 finden wir den Schock, den der unerwartete Tod seiner Schwester Fanny ausgelöst hatte, auf hochemotionale Weise ausgedrückt. Ein nicht minder bewegendes Zeugnis von Trauer aber hat der heute relativ unbekannte russische Komponist Mieczyslaw Weinberg hinterlassen mit seinem 16. Streichquartett op. 130. Diesen drei Quartetten widmete sich das „Quatuor Danel“ im Rahmen der Klassischen Konzerte am Dienstagabend in der gut gefüllten Mälzerei.

wiener klaviertrio

Ein ganzer Klangkosmos in einem einzigen Bogenstrich

Das „Wiener Klaviertrio“ setzte einen furiosen Auftakt zu den Klassischen Konzerten

Die neue Saison der Konzertgemeinde Mosbach startete in dieser Woche mit einem fulminanten Kammermusikabend. Das „Wiener Klaviertrio“, gegründet 1988, zählt zu den international führenden Klaviertrio-Formationen. Von Beginn an dabei ist der Pianist Stefan Mendl, 2001 kam der Cellist Matthias Gredler und 2015 stieß der amerikanische Geiger David McCarroll zum Ensemble. Gemeinsam haben sie bereits eine CD mit Brahmstrios eingespielt und planen eine weitere Aufnahme mit den beiden Klaviertrios von Heinrich von Herzogenberg. Diesen beiden Komponisten widmeten sie sich auch in dem Programm, das sie am Donnerstag in der Alten Mälzerei vorstellten.

Der Gitarrist Friedemann Wuttke

Spanisches Flair für einen kalten Februarabend

 Der Gitarrist Friedemann Wuttke zu Gast in der Stiftskirche

An ungewohnter Stelle, ausnahmsweise in der Stiftskirche, fand am Donnerstagabend das vierte und letzte der Klassischen Konzerte der Saison mit dem Stuttgarter Gitarristen Friedemann Wuttke statt. Eine gute Entscheidung, denn eine einzelner Gitarre hätte im großen Saal der Mälzerei wohl verloren gewirkt. So aber konnten die Zuhörer, im Halbkreis um ein kleines Podest postiert, dem Solisten ganz nah kommen. Die Ohren spitzen musste man natürlich immer noch, denn die Gitarre ist ein zartes Instrument, das sich auch im Fortissimo nicht zu großem Schalldruck zwingen lässt. Erstaunlicherweise waren es aber gerade die leisesten Töne, die sich in der Akustik der Stiftskirche am schönsten entfalteten und im Publikum für konzentrierte Stille sorgten.

Ein faszinierendes Cello-Universum tat sich auf

Ein faszinierendes Cello-Universum tat sich auf

Alban Gerhardt (Violoncello) und Anne-Marie McDermott (Piano) boten Kammermusikkunst vom Allerfeinsten

Dass man bei den „Klassischen Konzerten“ auf absolute Weltklassemusiker treffen kann, dürfte sich inzwischen nicht nur in der Mosbacher Konzertgemeinde herumgesprochen haben. Und so verzeichnen neben den Publikumsrennern, den Orchesterkonzerten, auch die Kammermusikabende der Reihe stetig wachsende Zuschauerzahlen. Nach dem jungen spanischen Azahar-Bläserquintett im November waren in dieser Woche mit dem deutschen Cellisten Alban Gerhardt und der amerikanischen Pianistin Anne-Marie McDermott erneut zwei Musiker von internationalem Rang zu Gast. Ein ungewöhnliches Programm abseits des bekannten klassisch-romantischen Cellorepertoires hatten die beiden mitgebracht. Mit Samuel Barber (1910-1981), Benjamin Britten (1913-1976), Lukas Foss (1922-2008), Leonard Bernstein (1918-1990), George Gershwin (1898-1937) und Astor Piazzolla (1921-1992) widmeten sie sich an diesem Abend ausschließlich Musik des 20. Jahrhunderts.

azahar ensemble

Ein perfekter Pas de cinque

Mit dem jungen AZAHAR ENSEMBLE war ein absolutes Weltklasse-Bläserquintett zu Gast

Vor fünf Jahren saßen sie noch gemeinsam im Nationalen Jugendorchester von Spanien, wo sie sich erstmals als Bläserquintett formierten und seitdem einen unaufhaltsamen Aufstieg in den Olymp der weltbesten Kammermusikensembles geschafft haben. Spätestens nach ihrem Sieg beim renommierten ARD-Wettbewerb 2014 sind sie definitiv dort angekommen. Offenbar war Christof Roos der erste Veranstalter, die danach anrief und sie vom Fleck weg für seine Klassischen Konzerte engagierte. Gut gefüllt war denn auch der Saal am Freitagabend, als das AZAHAR-Ensemble in der Mälzerei zu Gast war.

Die Heidelberger Sinfoniker mit dem Pianisten Haiou Zhang, unter Frieder Bernius in der Alten Mälzerei

Die Heidelberger Sinfoniker mit dem Pianisten Haiou Zhang, unter Frieder Bernius in der Alten Mälzerei

Christof Roos freute sich, dass „dieses über die Region hinaus renommierte Orchester zum ersten Mal bei uns gastiert und hoffentlich nicht zum letzten Mal“.

Der künstlerische Leiter der Reihe Mosbacher Klassische Konzerte bedankte sich bei Prof. Jürgen Kletti und seiner Firma mpdv, die als Sponsor diesen Auftritt ermöglich hat. Die Heidelberger Sinfoniker waren angereist und weil diese ohne Chefdirigent sind, war Frieder Bernius am Pult hochwillkommen. Als Spezialist für Alte Musik hat der Gründer und Leiter des Kammerchors Stuttgart, des Barockorchesters Stuttgart und weiterer Formationen einen exzellenten Namen und dem wurde er auch nun aufs Schönste gerecht bei überaus stilkundigem Dirigat. Mit Haydns Sinfonie Nr. 101 D-Dur „Die Uhr“ begann der Abend. Rasche Tempi, schlanker Klang, impulsreiche Gangart, so kennt man die Heidelberger Sinfoniker und so musizierten sie auch nun unter Bernius, der sehr viel Schwung und Sogkraft hineinbrachte.

Wie Feuer und Flamme - Duo Kim Costa

Wie Feuer und Flamme

Klavierduo Kim/Costa an zwei Flügeln begeisterte in der Alten Mälzerei

Mosbach. Ein Konzert an zwei Flügeln bescherte den Musikfreunden der jüngste Abend in der Reihe Mosbacher Klassische Konzerte in der Alten Mälzerei. Zwei junge Pianisten, vom Deutschen Musikrat in der „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler“ gefördert, haben erst kürzlich zum Duo zusammengefunden. Die musikalische Feinabstimmung zwischen der koreanischen Pianistin Sae-Nal Lea Kim und dem Portugiesen Raul da Costa  ist jetzt schon überragend, wie bei diesem SWR-Mitschnitt zu erleben war. Beide studierten an der Musikhochschule Hannover und anderen, beide erspielten sich erste Preise bei namhaften Wettbewerben.

sonARTrio

Keine Angst vor Neuer Musik bei den Klassischen Konzerten

Das junge SonARTrio sorgte für begeisternde Premiere im ver.di Bildungszentrum

Zeitgenössische Musik zum Schwelgen – geht denn das? So mag sich der eine oder andere Konzertbesucher anfangs noch gefragt haben, aber bereits mit dem ersten Stück hatten die drei jungen Herren des „SonARTrio“ ihre knapp 100 Zuhörer definitiv erobert. Ein Programm komplett aus Werken noch lebender Komponisten zu bauen ist vielleicht mutig, aber Simon Kluth (Violine), Till Marek Mannes (Bajan) und Benedikt Brodbeck (Violoncello) haben sich mit ihrem ensemble ganz der Neuen Musik verschrieben. Und das tun sie mit spürbarer Ent-deckerfreude und großem instrumentalistischem Einfallsreichtum. Locker plaudernd führen sie abwechselnd selbst durch ihre Programme und lassen ihr Publikum ein wenig teilhaben an jenem kreativen Schöpfungsprozess, den sie selbst beim Erarbeiten dieser Musik durchlaufen haben.

Das Amaryllis Quartett musizierte Beethoven und Berg in der Alten Mälzerei

Das Amaryllis Quartett musizierte Beethoven und Berg in der Alten Mälzerei

Mit dem Amaryllis Quartett war ein Streichquartett der jungen Generation zu Gast in der Reihe Mosbacher Klassischer Konzerte, das zu den interessantesten seiner Art gehört.

Beim Alban-Berg-Quartett hat das deutsch-schweizerische Ensemble wesentliche Impulse gewonnen und früher Erfolge gefeiert mit dem Gewinn des Paolo Borciani Wettbewerbs und jenes in Melbourne. 2012 wurde das Quartett mit dem ECHO Klassik für die beste Kammermusikeinspielung des Jahres ausgezeichnet.

Absolut hochkarätig

Absolut hochkarätig

Klarinette, Bratsche und Klavier, das ist eine seltene und aparte Besetzung. In der Reihe „Mosbacher Klassische Konzerte“ in der Alten Mälzerei war eben solch ein Trio zu Gast und hochkarätig besetzt dazu.

Naoko Shimizu ist Solo-Bratscherin der Berliner Philharmoniker und exzellente Kammermusikerin dazu. Den ARD-Wettbewerb hat sie 1997 ebenso gewonnen wie auch Özgür Aydin: letzterer in der Kategorie Klavier. Im Duo begannen die beiden das Programm mit der Bratschensonate der britischen Spätromantikerin Rebecca Clarke. Reiche Emphase ließ das Duo strömen in Melodien, die expressiv und leidenschaftlich aufgebäumt wurden. Dabei hörte man wunderbar warme Bratschentöne, die wie auf Samt gelagert waren. Traumhaftes Gespür für die Elegik und stillen Momente dieser Musik hatte das Duo nicht minder. Dabei wurde sehr fein aufeinander reagiert, in schönster Abstimmung im Umschwenken vom lyrisch Versonnenen ins Leidenschaftliche. Impressionistischer Zauber und quirlig Burleskes wurden im Mittelsatz vermengt.

Nationalphilharmonie Sofia unter Martin Pantelev in der ausverkauften Alten Mälzerei

Mit einem herzlichen „Dobro wetscher“ und „Guten Abend“ begrüßte Christoph Roos die bulgarischen Gäste auf der Bühne und das Publikum in der ausverkauften Alten Mälzerei.

Lange sei es schon ein Wunsch des Publikums und des Veranstalters, der Mosbacher Klassischen Konzerte gewesen, die Nationalphilharmonie Sofia einzuladen, jetzt habe es geklappt, dank Prof. Jürgen Kletti und der Firma mpdv. Und auch der Dirigent Martin Pantelev dankte dem Sponsor, dem er sein neues Werk widmete, das hier nun zur Uraufführung kam. „Lebensvisionen“ nannte er dies. Liebliche Folklorismen tönten dabei neben heiteren Melodien, süße Elegien und Liebesthemen der Streicher hatten in dieser freundlichen Idyllik ebenso ihren Platz wie strenge Fugatos.

Trio Karlin

Posaunissimo!

Das schwedisch-niederländisch-deutsche „Trio Karlin“ begeisterte in der Mälzerei. Einen starken Auftakt für die neue Saison der Mosbacher Klassischen Konzerte lieferte am Dienstagabend das „Trio Karlin“ mit den beiden Posaunisten Lars Karlin und Tomer Masch-kowski und der Pianistin Annika Treutler.

Einen starken Auftakt für die neue Saison der Mosbacher Klassischen Konzerte lieferte am Dienstagabend das „Trio Karlin“ mit den beiden Posaunisten Lars Karlin und Tomer Maschkowski und der Pianistin Annika Treutler. Die junge schwedisch-niederländisch-deutsche Formation gehört seit 2011 zur Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (BAKJK).

Württembergisches Kammerorchester

Wenn alle Musiker an einem Strang ziehen

Das Württembergische Kammerorchester faszinierte mit aufregender Klangkultur. Eine interessante Erfahrung, nur wenige Wochen nach dem Gastspiel der Philharmonie der Nationen einen weiteren Hochkaräter unter den international gefragten Orchestern in Mosbach erleben zu können.

Am Samstagabend begeisterte das Württembergische Kammerorchester Heilbronn unter seinem Chefdirigenten Ruben Gazarian die Zuhörer in der fast ausverkauften Mälzerei ebenfalls mit einer großartigen Leistung.

Ruth Ziesak (Sopran) und Gerold Huber (Klavier) demonstrierten Weltklasse in Mosbach

Subtile Liedkunst mit doppeltem Charisma

Die Freunde anspruchsvoller klassischer Musik durften sich in dieser Woche glücklich schätzen, dass es dem Initiator der Konzertgemeinde Christof Roos erneut gelungen war, zwei Künstler von internationalem Rang nach Mosbach zu holen.

Vor sehr gut gefüllten Zuschauerreihen in der Mälzerei begeisterten die Sopranistin Ruth Ziesak und der Pianist Gerold Huber beim zweiten der Klassischen Konzerte mit feingeschliffener Liedkunst und ausgeprägtem Charisma.

Hille Perl (Viola da Gamba) und Lee Santana (Theorbe) entführten ihre Zuhörer in eine (fast) versunkene Zeit

Alte Musik, wie sie nicht schöner gespielt werden kann

Hille Perl (Viola da Gamba) und Lee Santana (Theorbe) entführten ihre Zuhörer in eine (fast) versunkene Zeit.

Eine Zeitreise der besonderen Art erwartete die über 350 Zuhörer am Donnerstagabend in der Mälzerei, als auf Einladung der Konzertgemeinde zwei der aktuell renommiertesten Musiker aus der Alten Musik zu Gast waren und für einen erfreulichen Besucherrekord sorgten. Die Gambistin Hille Perl und der Lautenist Lee Santana faszinierten mit ihren ungewöhnlichen Instrumentarium und ihrer ansteckenden Musikalität das Publikum mit einer Musik, die so zart und intim, aber auch so überschäumend und lebendig klang, als wäre sie gerade erst in diesem Moment ersonnen worden.

Klenke Quartett

Das Klenke Quartett musizierte in der Alten Mälzerei

Mosbach. (kö.) Ein reines Damenquartett war zu Gast bei der Konzertgemeinde Mosbach in der Alten Mälzerei: das Klenke Quartett aus Weimar. 2003 begründete es eine eigene Konzertreihe namens "Auftakt" im Goethe-Nationalmuseum Weimar.

Mit wechselnden Kammermusikpartnern musizieren sie öfters mal, mit Martin Stadtfeld oder Ragna Schirmer. Nun gab es Quartett pur und dies mit Werken von großen Opernkomponisten.

Tristan Pfaff

Der französische Pianist Tristan Pfaff in der Alten Mälzerei

Mosbach. (kö.) Es passte wunderbar, dass zum 50.Jahrestag der durch Staatsvertrag besiegelten deutsch-französischen Freundschaft ein französischer Künstler bei der Konzertgemeinde in der Alten Mälzerei gastierte: Tristan Pfaff.

Kleine Fähnchen der Partnerländer im Blumenschmuck auf der Bühne erinnerten daran. Der 27jährige Pianist, der in Paris ausgebildet wurde, ist auf gutem Wege, eine vielversprechende Karriere zu lancieren. Letztes Jahr gastierte er beim Festival „Heidelberger Frühling“ und ist in vielen Ländern auf Tour.

Ein Konzert für Oboe und Klavier

Ein Konzert für Oboe und Klavier

Mosbach. Ein Konzert für Oboe und Klavier ist selten bei Kammermusikreihen. Die Mosbacher Klassischen Konzerte machen auch solches möglich und luden mit dem Oboisten Philippe Tondre einen jungen Meister seines Fachs in die gut besuchte Alte Mälzerei.

Saison 2011/2012. Der 1989 im Elsaß geborene Musiker wurde schon mit 18 Jahren Solo-Oboist beim Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und erspielte sich letztes Jahr den 2. Preis und Publikumspreis beim ARD-Wettbewerb in München. Zusammen mit der japanischen Pianistin Masako Eguchi musizierte er ein erlesenes Programm, das von SWR2 mitgeschnitten wurde. Dass eine Oboe schwer zu blasen ist, hört man meistens auch.

Berliner Symphoniker

Berliner Symphoniker bei den Mosbacher Klassischen Konzerten

Foto: Stefan Weindl

Berliner Symphoniker bei den Mosbacher Klassischen Konzerten in der Alten Mälzerei.

Saison 2012/2013. "We had a dream", ("wir hatten einen Traum") sagte Christof Roos in seiner Begrüßung zum 1. Abend der Reihe Mosbacher Klassische Konzerte in der Alten Mälzerei. "Unser Sponsor, Prof. Dr. Jürgen Kletti, der Dirigent Martin Pantelev und ich wollten tausend Menschen in die Alte Mälzerei bringen mit der Verpflichtung der Berliner Symphoniker". Weil der Saal aber für 1000 Leute zu klein war, wurde das Gastspiel nun erstmals auf zwei Abende ausgedehnt.

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Martin Grubinger und Ensemble mit furiosem Auftritt in der Alten Mälzerei

Das Warten hat sich sehr gelohnt. Ursprünglich sollte Martin Grubinger vor ein paar Wochen in Orchester-Begleitung nach Mosbach kommen.

Saison 2011/2012. Jetzt holte der renommierte Schlagzeug-Virtuose den ausgefallenen Termin in der prächtig gefüllten Alten Mälzerei nach und trat dafür im Quintett auf: mit zwei Klavieren und Schlagzeugern. Es wurde ein Abend der umwerfenden Virtuosität und sprühender Spiellust daraus, am Ende frenetisch umjubelt.

12-02-13 mosbacher klassische-konzerte

Von funkelnden Kleinoden und feinen Klangschönheiten

 

"Mosbacher Klassische Konzerte" Isabelle Faust und Alexander Melnikov bereiteten Sternstunde

Saison 2011/2012. Heutzutage gibt es sicher kaum einen zweiten Künstler, der solch eine große Offenheit für die verschiedensten musikalischen Stile und Epochen hegt und dieses Interesse mit so viel Authentizität zu erfüllen versteht, wie Isabelle Faust. Die klassische Moderne und die Neue Musik hat dabei einen ebenso hohen Stellenwert wie die großen Klassiker.

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Wunderbares Portrait der Flötenkunst mit zwei jungen Virtuosen aus Frankreich

 

Loïc Schneider (Flöte) und David Violi (Klavier) begeisterten mit anspruchsvollem Programm in der Mälzerei

Saison 2011/2012. Die Klassischen Konzerte präsentieren immer wieder Besonderes im Bereich der Kammermusik. Nach dem Auftaktkonzert mit dem Fauré-Quartett im Oktober standen am Freitagabend Werke für Querflöte auf dem Programm, die wahrscheinlich nur echten Könnern auf diesem Instrument vorbehalten sind. Der französische Flötist Loïc Schneider, 2010 mit einem 1.Preis beim ARD-Wettbewerb ausgezeichnet, ist unverkennbar ein solcher Könner.

Kammermusiker der Weltklasse

Kammermusiker der Weltklasse in der Mälzerei

 

Das grandiose „Fauré-Quartett“ eröffnete die Mosbacher Klassischen Konzerte mit Enescu und Schubert

Saison 2011/2012. Zum Auftakt der neuen Saison der Klassischen Konzerte konnte in diesem Jahr wieder ein herausragendes Kammermusikensemble gewonnen werden. Das Fauré-Quartett mit Erika Geldsetzer (Violine), Sascha Frömbling (Viola), Konstantin Heidrich (Violoncello) und Dirk Mommertz (Klavier) hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1995 zu einer der renommiertesten deutschen Kammermusikformationen entwickelt. Ihre CD-Produktionen wurden mit zahlreichen Preisen gefeiert, darunter dem begehrten ECHO-Klassik für ihre Einspielung der Brahms-Quartette und die CD „Popsongs“.

tecchler_trio

Ensemblespiel auf höchstem Niveau

 

Das deutsch-schweizerische Tecchler-Trio spielte Schostakowitsch, Beethoven und Brahms

Saison 2010/2011. Das letzte Konzert der Saison in der Reihe der Klassischen Konzerte hielt für die Freunde und Kenner von Kammermusik einen weiteren Höhepunkt bereit. Zu Gast in der Alten Mälzerei waren Esther Hoppe (Violine), Maximilian Hornung (Cello) und Benjamin Engeli (Klavier), die seit 2003 als „Tecchler Trio“ gemeinsam unterwegs sind. Und das höchst erfolgreich, denn nach zahlreichen Auszeichnungen bei renommierten Kammermusikwettbewerben gewannen sie 2007 auch den ARD-Musikwettbewerb und etablierten sich damit endgültig in der internationalen Spitzenklasse.

Trio Idamante

Trio Idamante in der Alten Mälzerei

 

Für junge Wettbewerbsgewinner beim Deutschen Musikwettbewerb ist es eine feine Sache, wenn der Deutsche Musikrat einzelne Musiker zusammensteckt und sie auf gemeinsame Konzerttournee schickt.

Saison 2010/2011. Welch hohe Professionaliät im Zusammenspiel sich dabei ergeben kann, das zeigte der Auftritt des Trio Idamante in der Reihe Mosbacher Klassische Konzerte in der gutbesuchten Alten Mälzerei. Der Klarinettist Markus Krusche, der Fagottist Daniel Mohrmann und der Pianist Andreas Hering begeisterten mit einem Programm, das Musik aus Lateinamerika und Frankreich überaus beziehungsreich verknüpfte und dessen Faible für Tanzrhythmen und impressionistische Farbigkeit unüberhörbar war.

Klaviermusik aus Polen

Kontrastreiche Klaviermusik aus Polen

 

Mosbach. Die immer mit interessanten und künstlerisch hochklassigen Interpreten aufwartende Reihe der „Mosbacher Klassischen Konzerte“ präsentierte am vergangenen Donnerstag einen Klavierabend mit der polnischen Pianistin Ewa Kupiec.

Saison 2010/2011. Sie ist vor allem durch ihre Einspielungen zeitgenössischer Klaviermusik bekannt geworden, wobei ihr die polnische Musik des 20. Jahrhunderts ein besonderes Anliegen ist. Ihr Programm in der Alten Mälzerei war denn auch sozusagen eine nationale Angelegenheit: Klavierwerke von Frédéric Chopin (1810-1849), die zumeist in seiner kreativsten und produktivsten Lebensphase um 1830 herum komponiert wurden, umrahmten die 1952 entstandene 2. Klaviersonate der polnischen Komponistin Grazyna Bacewicz (1909-1969).

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Die Berliner Symphoniker in der Alten Mälzerei

 

Mosbach. Ein großes Ereignis für die Musikfreunde in der Region ist immer dann gegeben, wenn einmal im Jahr ein Orchester in der Reihe "Mosbacher Klassische Konzerte" in der Alten Mälzerei gastiert.

Saison 2010/2011. Zum zweiten Mal waren nun die Berliner Symphoniker hier zu Gast, deren Auftritt erst durch die finanzielle Förderung durch das Mosbacher Softwareunternehmen MPDV ermöglicht werden konnte. Christof Roos, Vorsitzender der veranstaltenden Konzertgemeinde Mosbach, dankte eingangs MPDV-Geschäftsführer Prof. Dr. Jürgen Kletti für das großzügige Engagement seiner Firma, das zum zweiten Mal ein volles Haus mit 650 Plätzen garantierte. Und auch die Zahl der Abonnements sei gestiegen durch diese Orchesterkonzerte, die den Klassik-Interessierten Lust auf mehr machten.

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Vierhändige Geflechte in perfekter Synchronität

 

Schemann-Klavierduo begeisterte das Publikum in der gut besuchten Alten Mälzerei

Saison 2009/2010. Für die Gattung Klavierduo bedarf es einer besonderen Seelenverwandtschaft, einer Gleichschwingung, um die vierhändigen Geflechte in perfekter Synchronität zu meistern. Aus diesem Grunde werden die meisten Klavierduos von Geschwistern oder Ehepaaren formiert. Susanne und Dinis Schemann sind privat ein Paar und auf der Konzertsaalbühne ebenso. Seit 20 Jahren bereichern sie nun schon das Konzertleben in Deutschland, spielten auch bei großen Festivals wie dem Bodensee-Festival und dem Schleswig-Holstein-Musik-Festival.

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Witz und Heiterkeit, Klangsinnlichkeit und Ernst

 

Saxophon-Quartett „Sonic Art“ gastierte in der Alten Mälzerei

Saison 2009/2010. Dass Neue Musik sehr wohl viel Spaß und dem Publikum gute Laune machen kann, das zeigte der Auftritt des Sonic Art Quartetts aus Berlin in der Reihe „Mosbacher Klassische Konzerte“ am Mittwoch. Ein reines Saxophon Quartett ist dies, und davon gibt es die letzten Jahre immer mehr. Originale Literatur für diese Besetzung ist selten, doch in jüngster Zeit haben die Komponisten auch den Reiz dieses Klangs entdeckt.

09-11-25_minguett-quartett

Einen wahren Zaubergarten eröffnet

 

Minguet-Quartett begeisterte das Publikum - Schwelgerische Sinnlichkeit vom Feinsten - Ein klanglicher Hochgenuss.

Saison 2009/2010. Mit dem MinguetQuartett war eine der prominentesten deutschen Streichquartett-Formationen zu Gast in der Reihe "Mosbacher Klassische Konzerte" in der Alten Mälzerei. Haydns "Lerchenquartett" D-Dur machte den Anfang des Abends und hier zeigte das Minguet-Quartett schon einen wesentlichen Teil seiner Stärke und seines Gespürs für den Klassiker. Leichtgewichtigen spielerischen Elan und Esprit entwarfen die Musiker dabei, überaus transparent wurden alle Verläufe durchzeichnet.

Beethoven mit Herz und Verstand musiziert

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn konzertierte mit der Geigerin Alina Pogostkina

Saison 2009/2010. Es hat schon eine gewisse Tradition, dass den Auftakt der Mosbacher Klassischen Konzerte ein großes Orchesterkonzert bildet. Der Konzertgemeinde Mosbach und ihrem Vorsitzenden Christof Roos gelingt es immer wieder, namhafte Orchester und herausragende Solisten hierher in die Mälzerei zu locken. Im diesjährigen Eröffnungskonzert standen mit Beethovens Violinkonzert in D-Dur und der 7. Symphonie gleich zwei der bekanntesten und bedeutendsten Werke der Klassik auf dem Programm. Mit der jungen Geigerin Alina Pogostkina konnte eine der international gefeierten „neuen Geigerinnen“ als Solistin gewonnen werden.